Wir erwachten mit einem etwas leeren Gefühl... unsere Gebrüüüüder waren von dannen gezogen:-( In der Schule habe ich nun einen kleinen Verehrer, im Zeichenunterricht hat er die ganze Zeit neben mir gestanden und mir beim Zeichnen zugeschaut. Ohne ein Wort. Und ab da, war er immer neben oder zumindest bei mir. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel man einfach so hier machen kann!
Edit zu gestern: Wir waren in einer Emaillefabrik, das war sehr interessant. So viel Handarbeit. Ich glaube auch die Kinder waren beeindruckt.
Nun wieder weiter imText... Ja, da nun unsere Gebrüüüüder von uns gegangen sind, war unser Nachmittag angefüllt mit Träumen und Aufenthalten in der "anderen Welt". Wir schliefen, tief und fest. Nun, da wir wieder fit sind, werden wir wieder sportlich mit Trainerin Kathrin und nach dem abendliche Film auch früh ins Bett flattern...
Jutte Nacht
Beitrag von karuna
Sibiu-Mediasch - 25. Sep, 20:52
Soo- Zeit für einen kleinen Wochenrückblick...Aus noch zu nennenden Umständen war es mir leider nicht möglich, früher zu schreiben.:-)
Am MONTAG habe ich meine erste Stunde hier gehalten. Und das gleich fachfremd in Mathematik. Die Kinder haben aber sehr gut mitgearbeitet und ich fühle mich richtig wohl in der Klasse.
Am DIENSTAG habe ich mit den Kindern Freiarbeit ausprobiert. Es hat nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte, aber das liegt wohl auch daran, dass die Kinder hier nicht so daran gewöhnt sind, sich selbst zu kontrollieren und völlig selbstständig zu arbeiten. Ich werde es nächste Woche etwas verändert einfach noch einmal probieren. Übung macht schließlich den Meister!:-)
Die Kathrin wollte an diesem Tag eigentlich früher nach Hause gehen, aber nach meiner letzten Stunde wartete sie vor dem Klassenzimemer auf mich. Zuerst habe ich gedacht, dass sie die ganze Stunde im Internet verbracht hatte, aber: sie hatte Gesellschaft für uns kennengelernt...Zwei Brüder, die mittlerweile in Deutschland leben, aber hier in Rumänien geboren sind. Sie waren auf "Heimaturlaub" und wir wurden von ihnen direkt zum Mittagessen mitgenommen...Gutgläubig sind wir mitgegangen.Wir konnten ja nicht ahnen, was in den nächsten Tagen essenstechnisch noch auf uns zukommen würde...:-) Alles fing also mit EINEM Mittagessen an. Übrigens: Diese Suppen hier sind wirklich ganz ganz lecker!!!Am Nachmittag machten wir einen Ausflug nach Schässburg oder besser "Scheißbrich". Die Zugfahrt dorthin war spottbillig, dafür lag die Höchstgeschwindigkeit aber auch nur knapp über der eines Mofas...Immerhin hatten wir so ausgiebig die Gelegenheit, die Landschaft zu bewundern. Schässburg ist ein sehr schönes Städtchen mit Draculaschloss. Leider wird das gerade umgebaut, aber wir haben trotzdem einen guten Eindruck bekommen. Danach hatten die Gebrüder auch ihren Spitznamen weg: "Vladuz" (Verkleinerungsform von Vlad, dem Vorbild für Graf Dracula). Nach einem leckeren Abendessen und einem kleinen Stadtbummel fuhren wir zu fünft in einem Taxi nach Hause. "Iste keine Problem." Wir sind auch heil angekommen, wobei ich zwischendurch schon so meine Zweifel hatte. Merkwürdige Geräusche, die das Auto von sich gegeben hat. :-)
Wir haben den Rest des -zugegeben langen- Abends dann in Gesellschaft einiger Freunde unserer beiden Vladuz verbracht: Es hat uns sehr viel Spaß gemacht!!
Am MITTWOCH waren wir dann bei unseren neuen Freunden zum Grillen eingeladen. Liebe Familie, falls ihr das lest, die Rumpsteaks hier können es tatsächlich mit denen in unserem Stammlokal aufnehmen...Und wir waren sehr überrascht von der Gastfreundschaft. Diese Offenheit und Selbstverständlichkeit, mit der wir in den Freundes- und Familienkreis aufgenommen wurden, war für mich bisher neu. Allesamt wirklich sehr höfliche, zuvorkommende Zeitgenossen...Wir fühlten uns richtig "zu Hause" und haben sehr viel gelacht. Außerdem beginnt sich der sächsisch-siebenbürgische Slang auch in unserer Sprache bemerkbar zu machen. (siehe Kathrins Beitrag:-))
Am DONNERSTAG hatte ich dann die Gelegenheit, etwas gegen die aufgenommenen Kalorien zu tun: unser Unterricht "nah am Phänomen" stand an. Wir haben Mathe mit Erdkunde verbunden und die Kiinder mit Stadtplan und Kompass bewaffnet losziehen lassen. Unterwegs gab es ein paar Aufgaben zu lösen und oben auf dem schon mehrmals erwähnten Berg erklärten wir den Kindern, was eine Horizontlinie ist.
Den Nachmittag verbrachten wir zu Hause und ruhten uns ein bisschen aus...Abends waren wir wieder einmal mit unseren "Vladuz" essen. So langsam habe ich das Gefühl, zur Tonne zu mutieren, aber andererseits ist das Essen hier einfach auch soo lecker...Man kann gar nicht nein sagen. Es war auch der letzte Abend mit "die Gebrüüder", da sie heute wieder nach Deutschland zurückgeflogen sind.Jetzt haben wir wieder Zeit, regelmäßig unseren Blog mit neuen Informationen zu füttern...Hier aber- falls ihr das lesen solltet: noch mal vielen Dank für die schönen Tage!!!
Heute, am FREITAG schließlich, habe ich mit den Kindern den Herbst in das Klassenzimmer geholt. Wir haben einen Baum gestaltet: Wir haben Blätter mit der Blattunterseite nach oben hingelegt, ein Blatt Papier darüber und dann in herbstlichen Farben darüber gemalt. So kann man die Blattadern sehr gut sehen und jetzt hängt ein schöner, farbenfroher Herbstbaum bei uns im Klassenzimmer...
Beitrag von Elke
Sibiu-Mediasch - 25. Sep, 16:57
In den letzten Tagen häufen sich Gerüchte über eine Horde transilvanischer und westeuropäischer Flattermänner- und frauen, die die geheimnisvolle siebenbürgische Hügellandschaft unter der Führung der Gebrüder Vladuz (Eine Verniedlichung des großen Graf Dracula (Vlad) ) erkunden, um im Sinne des EU- Gemeinschaftsgefühls Traditionen, Dialekte und selbstgemachte Liköre und Weine auszutauschen.
Diese Flattermänner (heute wohnhaft und studierend in Deutschland und auf Familienbesuch in Mediasch) sind eng verwandt mit den Sachsen und so kommt es vor, dass sich ab und zu eine altbackene Vokabel in die Sprache "einfärben tut", was sich wiederum im Laufe der Zeit stark auf die Sprache der Flatterfrauen "auswirken tut".
Neben "Mehlspeise" (Kuchen) und gutem Wein werden auch "ab und an" Würstchen verdrückt, die vorher kurzerhand über einem Heizofen gebrutzelt und im eigenen "Dunst " gebrutzelt werden – wie die künftigen Speisenden selbst.
Vlads gesellen sich gerne zu anderen Arten und gelten somit als offene, vorurteilslose, zuvorkommende und vor allem gastfreundliche Spezies der Flattermänner.
Westeuropäische Flatterfrauen können anfangs etwas unbeholfen und erstaunt auf diese zuvorkommende Verhaltensweise reagieren, da sie diese eher nicht von der eigenen Art gewohnt sind.
Diese Horde wurde vor ein paar Tagen in dem zauberhaften "Scheißbrich" (Schässburg) gesichtet, wo sie in einem bahnbrechendem Tempo von"fast schneller als ein Mofa" am Bahnhof einfuhren, um den steilen Aufstieg zum Draculaschloss zu wagen.
Weit kamen sie nicht. "Aber waruuuuuum?" Da ein verließartiger, miteriöser Pub die Vlads anlockte und sie bei leckerem Essen, Trinken und Gesprächen über die"Kiiiiiiinder" gefangen hielt.
Auch in den kommende Tagen wurde diese Gruppe immer wieder gesichtet, so beispielsweise
an einem See entspannend und bei einem Versuch Enten und Frösche zu fangen.
Augenzeugen berichten von einem, vor allem kulinarischen Austausch zwischen den Flattermännerarten – und das in einem solchen Außmaß, dass sich die westeuropäische Gattung schon durch die Hügellandschaft rollen sah, dieses Risiko aber im Hinblick auf die unglaublich leckeren Eintopfsuppen und Fleischgerichte während der Zeit gerne in Kauf nahm.
Besonders gefährdend waren Feste mit der Familie, die einen so herzlich in Emfpang nahm, dass nicht einmal der fürchterlichste Vlad irgendetwas "ablehnen tut."
Da transilvanische Flattermännr größtenteils nachtaktiv sind – die Vladuze sind hier vorherrschend – und die Westeuropäischen dagegen schon in den frühen Morgenstunden Kinder "herzigen tun", bekam die Gruppe in den letzten Tagen und Nächte nur bescheiden Schlaf, hatten dadruch aber umso mehr Zeit sich vor lauter Lachen Bauchmuskelkater einzufangen und einen Einblick in die Kultur der Sachsen zu "gewinnen".
Danke, Gebrüder Vladuz, für die tolle Zeit!
Einen guten Flatterflug nach Hause wünschen euch die "Frauen"
Beitrag von Kathrin
Sibiu-Mediasch - 25. Sep, 15:20
Auch heute war es wiiiirklich sehr schwierig aufzustehen und irgendwie diese seltsame Müdigkeit, welche uns seit der Ankunft der Gebrüüüüder verfolgt, zu vertreiben. Aber ich muss sagen, es geht mit der Zeit doch. In der Schule war es super. Meine schönste Stunde bisher. Ich habe eine Lerntheke gemacht und es hat einfach nur toll geklappt. Die Kinder wachsen mir jetzt richtig ans Herz. Nach der Schule gingen wie 2 Stunden ruhen und dann, mit wehenden Haaren, den Gebrüüüüdern Vladuz entgegen. Heute gingen wir essen. Oh jeeeeee, das hat so lecker geschmeckt. Es gab eine Art Eintopfsuppe, aber mit solch leckerem und zarten Fleisch, dass es einfach nur zuuuu köstlich war. Und das war nur der Anfang! Zum Hauptgang hatte ich so etwas ähnliches wie Geschnetzeltes mit Maisbrei und in diesem Maisbrei war gepresster, geschmolzener Käse. Mir ging es wie dem Käse, ich bin dahin geschmolzen. Vom Binder Bubi, dort aßen wir, sieht man auf Mediasch und die Umgebung. Es ist ein grünes, feines Hotel mit Restaurant. Nach dem leckeren Essen, gingen wir wieder zu den Gebrüüüüdern. Da es Abends inzwischen wirklich empfindlich kühl wird, sind wir in einen beheizten Kellerraum gezogen, anstatt draußen zu frieren. Wieder folgte ein Gesprächsthema dem anderen und es war ein rundum gelungender Abend. Danke hier noch mal ganz offiziel den beiden Brüdern. Das war wirklich seeeeeeeeeeeehr herzig! Zurück in Deutschland werden wir uns überlegen wie wir euch das vergelten können! Danke, danke, danke.
Zu später Stunde wurden wir nach Hause geleitet und verabschiedet. Obwohl wir unsere Gebrüüüüder erst seit drei Tagen kennen, fehlen sie uns jetzt schon.
Nun liegen drei erlebnisreiche Tage hinter uns.
In diesem Sinne, herzigen wir uns und gehen zu Bette..
Beirag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 24. Sep, 19:28
Heute morgen war es spät und früh zu gleich für mich. Ich habe kaum geschlafen. Aber meine Stunden waren schön und sind gut gelaufen. Den Kindern hat es gefallen. In Mathe haben sie einen Test schreiben müssen. Ich versteh es nicht, die Kinder woooollen Teste scheiben.... unheimlich. Nach diesem Tag und einer anschließend Besprechung gings nach Hause und dort haben wir ein, zwei Stunden einfach geruht und leckere Kartoffelsuppe gegessen. Dann kam die spontane Einladung, zum grillen. Oh Kiiiiiinder.... so viel zu essen! Es war super lecker. Einfach toll. Der Salat, mmmmh und das Fleisch und die Chevapcici und die "Mehlspeise" anschließen!!. Einfach furchtbar gut, ich denke ich werde hier irgendwann platzen:-) der Abend war wirklich schön, die Verwandten und Gebrüüüüder Vladuz kümmerten sich rührend um unser Wohl und es wurden interessante Diskussionen geführt und neue Themen aufgestellt. Das tollste ist immer wieder die Entdeckung des Wortschatzes, der hier verwendet wird und die Aussprache. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich so mit den Kindern spreche. Der Abend wurde nicht ganz so lange wie der letzte und doch relativ spät. Ich glaube dieses Abenteuer beginnt uns langsam richtig Spaß zu machen.
Morgen Abend steht unser Abschlusstreffen mit den Gebrüüüüdern Vladuz an und wir sind alle schon ziemlich traurig...
In diesem Sinne: Gute Nacht.
Beitrag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 23. Sep, 19:26