Dienstag, 29. September 2009

Ir(r)e-Land

Komisch wie schnell man wach ist, wenn man weiß, heute muss man 100 Prozent bringen. Ich war heute sehr früh in der Schule, um mich mental und auch Unterrichtsmaterialtechnisch auf die vier Stunden vorzubereiten. Es waren schöne Stunden. Aber auch extrem anstrengend und ich war froh als es dem Ende entgegen ging. Zuerst habe ich Naturkunde wiederholt – früh morgens ein schwieriges Unterfangen. Dann habe ich zwei Stunden Mathe gehalten. Hier sind die Kinder ganz verrückt nach Rätseln! Jeder Art. Damit kann man sie immer beschäftigen – also für alle nach mir: der ultimative Zeitpuffer ist ein Rebus oder ähnlicher Rätselspaß. In Mathe habe ich die römischen Zahlen eingeführt. Sehr lustig... Aber die Kinder haben super gearbeitet. Dann anschließend haben wir zusammen gemalt und einfach ein wenig Deutsch gemacht. Die letzte Stunde gings in die Brotfabrik. Juuuheeeiii, das war vielleicht ein Abenteuer. 20 Personen (16 Kinder, Elke und ich und zwei Fahrer) in zwei Autos. In der Brotfabrik wurden wir herumgeführt. Niemand sprach deutsch, auch unsere Fahrer nicht. Die Kinder haben uns übersetzt. Ich fühle mich manchmal richtig behindert, durch mein sprachliches Defizit. Ich würde so gerne einfach drauf los reden. Aber das geht eben einfach nicht.:-(
Zurück in der Schule, entließ ich die Kinder nach Hause. Wir begleiteten eine Schülerin nach Hause. Auch diese wohnte in Meschen. Ihre Familie hat dort einen Biohof. Wir aßen dort zu Mittag, wie lecker... keine Ahnung wie das hieß, es war Kraut, Hackfleich, Tomatensauce als Auflauf und unten drinnen war irgendein Fleisch. Lecker! Nach dem Essen hat unsere Schülerin uns über das Anwesen geführt. Ich hab mich in eine andere Welt versetzt gefühlt. Überall grüne Hügel. Wie in Irland. Ein leichter bis mäßiger Wind wehte und sonst war es richtig ruhig. Ich saß auf dem Berg und genoß die Aussicht. Am liebsten wäre ich einfach dort oben geblieben. Dieses Land hat so unendlich viel zu bieten. Ich hoffe, dass die Menschen die hier leben das auch irgendwann richtig verstehen. Der Rückweg führte uns an gefährlich knurrenden Hunden vorbei, bis in die gemütliche Kücher der Familie. Die Familie hat immer viele freiwillige Helfer aus anderen Ländern. Im Moment sind es zwei Franzosen. Mit diesen und der Familie saßen wir dann am Tisch und haben uns viel unterhalten. Ich habe mich wie daheim gefühlt. (An daheim: da hab ich euch vermisst!) Es war so interessant. Die Menschen sind so interessiert an allem und erzählen so gerne. Nach diesem angenehmen Nachmittag sind wir erfüllt nach Hause gegangen, mal wieder und nun mach ich meine Stunden für morgen. Ich muss ehrlich sagen, es ist anderes wenn man alleine die Verantwortung hat und man macht sich viel mehr Gedanken um Dingen, an die man vorher weniger denkt.
Drückt mir die Daumen...

Beitrag von Karuna

Auf dem Biohof

Wieder hat der Tag mit zwei Unterrichtsstunden begonnen. Diesmal Deutsch und Umweltkunde. So langsam kenne ich meine Pappenheimer hier und das Unterrichten macht richtig Spaß.
In der letzten Stunde war ich mit Karuna und ihrer Klasse noch in einer Brotfabrik. Die Klassenlehrerin ist leider krank und so sind wir eben allein mit der Klasse gegangen. Es war spannend...Ein Vater und ein Kirchenmitarbeiter haben uns freundlicherweise hingefahren. Nun ja, alle Lehrer und Eltern hier hätten einen Schock bekommen: Aber Anschnallen kennen sie hier nicht. Also stapelten wir uns in die beiden Autos und fuhren mehr schlecht als recht zur Fabrik. Von der Führung dort habe ich leider nicht viel verstanden, aber man konnte ja auch alles sehen. Am Schluss bekamen wir alle noch ein paar süße Teilchen mit und bedankten uns: das schafften wir sogar auf Rumänisch. Den Kindern hat es auch gefallen und wir sind alle wieder heil an der Schule angekommen.
Mittags haben wir einen meiner Schützlinge zu Hause besucht. Sie wohnt in Meschen, wo wir ja auch schon waren. Nach der Schule haben wir sie nach Hause begleitet. Die Busfahrt dorthin war ihr sehr peinlich. Es sind noch andere große Schööler mitgefahren und haben wohl einige Kommentare fallen lassen. Nun ja, es ist wohl doch ganz gut, dass wir kein Rumänisch verstehen.:-)
Wir wurden von ihrer Mutter mit einem Krauteintopf verwöhnt und anschließend bekamen wir eine Führung über den Bauernhof. Die Familie betreibt einen Biobauernhof und hat dementsprechend viele Tiere. Besonders beeindruckt waren wir von der Aussicht von einem der Hügel herunter. Dort hätte ich bleiben können. Das Mädchen war ganz überrascht, dass es uns so gut bei ihr gefallen hat. Nachdem wir noch von Hunden ein bisschen erschreckt worden waren, gab es einen leckeren Kaffee und die Familie erzählte von ihren Erfahrungen mit den zahlreichen Praktikanten aus aller Welt. Junge Leute, die sich für Landwirtschaft interessieren, können bis zu 3 Monaten bei der Familie leben und arbeiten. So haben sie fast immer ein volles Haus und auch ein Gästebuch, in das wir uns natürlich auch eingetragen haben. Meine Schülerin war ganz begeistert, dass wir sie besucht haben. Wir haben ihr glaube ich eine große Freude gemacht. Allerdings hatten auch wir sehr viel Spaß auf dem Hof und im Gespräch mit ihren Eltern, die wie so viele hier ganz offen mit uns geredet haben. Abends mussten wir wieder einmal Unterricht vorbereiten und haben uns sportlich betätigt.

Beitrag von Elke

Romania

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