Voller Eindrücke und Bewunderung

Menschen, die sich aufopferungsvoll um Kinder kümmern kann ich nur bewundern. Wir haben eine Radtour gemacht. Ich dachte, das geht in Rumänien nicht, weil hier alle fahren wie sie wollen. Aber es geht! Also wir sind nach einem relativ angenehmen Morgen, mit dem Fahrrad nach Meschen geradelt. Unterwegs haben wir an einem Froschteich angehalten... hier gibt es soooo schöne Örtchen! Dann fuhren wir weiter. Unsere kundige Führerin Fr. G. zeigte und erzählte uns so viel, dass ich es gerne aufgenommen hätte um nichts zu vergessen... Wenn man so mit dem Fahrrad unterwegs ist, fallen einem viele Sachen erst so richtig auf... Wie viele Maisfelder es gibt. Dass auf den Häusern überall deutsche Inschriften sind und wie viele Pferdefuhrwerke noch unterwegs sind. Vorallem in den kleinen Dörfern. Wir fuhren auch an einer Kuh vorbei, diese war einfach an einem Baum angebunden. Kathrins frage, ob sie noch lebt war berechtigt, denn hier herrscht doch eine Art Wegwerfmentalität. In Meschen angekommen, besuchten wir eine Art Waisenhaus. Es handelt sich dabei um eine Familie, welche Kinder aufnimmt, bzw aufgenommen hat. Sie hat selbst sieben eigene, welche inzwischen groß sind und 29 aufgenommen Kinder. Alle zwischen 7 und 14 Jahren. Die Frau ist klein und man weiß nicht genau, woher sie die Kraft nimmt. Es sind alles ehemalige Zigeunerkinder, aus schwierigen und armen Verhältnissen. Kinder, welche im Krankenhaus "vergessen" wurden und teilweise auch dort noch misshandelt wurden. Oder Kinder von Familien, welche schon sehr viele Kinder hatten und diese sonst verhungert wären. Was die Frau über diese Kinder erzählt hat, hat mir wirklich Gänsehaut verursacht. Kinder von Ratten angefressen, voller Ausschlag, verwahrlost oder vier Jahre lang an ein Bett gefesselt. Sie führte uns nach einer herzlichen Begrüßung durchs Haus. Überall Ordnung und doch persönliche Sachen der Kinder. Die Kinder schlafen meist in Zweibettzimmern. Zwischendrin gibt es Spielzimmer, Wohnzimmer und eine riesen Küche mit Spiesesaal. Ein riesen Aufwand. Aber man merkt, dass die Kinder sich sehr wohl fühlen. Alle sagen Mama, bzw. Papa und sind gerne dort. Leider kommt es immer wieder zu Sorgerechtsstreits, da die Eltern die Kinder aufgrund der ihnen dann zustehenden Sozialhilfe vom Staat wieder zu sich nehmen wollen. Ich bewunder diese Menschen so, dass sie das hinbekommen. Mit allen Kindern und alles ist so ordentlich und so. Ich bin begeistert. Nach dieser schon so eindrücklichen Begegnung, gingen wir in die angrenzende Kirchenburg. Dort wanderten wir durch eine sehr heruntergekommene Kirche. Mir tat es im Herz weh, dass hier so viel einfach kaputt geht! Niemand sieht wirklich den Wert, und wenn dann hat er nicht die entscheidenden Mittel. Nach dem wir die Kirche besicht hatten, stiegen wir auf den Turm. Oh mein Gott!!!! So hoch und doch eine soooooooooooo tolle Aussicht und diese wackelnden Leitern. Ich dachte nicht, dass ich da wieder lebend hinunterkomme! Aber es war toll. Zum Schluss waren wir im Speckturm, wo früher von jeder Familie ein Schwein hing. Dann traten wir den Rückzug an. Im Pfarrhof angekommen, wo wir unsere Drahtesel her hatten (sehr abenteuerliche Verkehrsmittel, manchmal fehlte die Bremse, Licht gab es nicht und ich denk sie sind schon so etwas wie Greise unter den Fahrrädern), lud uns unsere überaus nette Führerin zum Essen ein. Eine sooooo leckere Supper (Zuchini) und dann gefüllte Paprika... Oh ich schmelze dahin... Dann haben wir uns noch unterhalten, so etwa 3 Stunden. Es war toll... und interessant und ich bin immer noch ganz erfüllt. Nun sind wir daheim und vermissen doch unsere Valduzen... Kathrin und ich nehmen so langsam das Essverhalten der hiesigen Bevölkerung an... wir essen schon wieder:-)
Somit sag ich Mahlzeit und bis morgen... da werden wir Hermannstadt unsicher machen:-)

Beitrag von Karuna

Romania

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Zuletzt aktualisiert: 11. Okt, 19:49

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