Nachdem wir uns heute erst einmal gründlich von den Strapazen der letzten Woche erholen mussten und deshalb lange geschlafen haben, fing der Tag für uns erst etwas später an.
Nach einem Grießbrei zum Frühstück mussten wir leider feststellen, dass unser Kühlschrank leider viel zu leer war und wir auch so gut wie auf dem Trockenen saßen. Also machten Kathrin und ich uns auf den Weg zum Einkaufen. Zum Glück haben die Läden hier auch sonntags offen. Wir schleppten Wasservorrat und Lebensmittel nach Hause. Ein Hoch auf die Erfindung des Rucksacks!
Nachmittags haben wir uns mit Frau D. im Wald getroffen, da wir diese Woche "nah am Phänomen" unterrichten werden. Als wir oben auf dem Berg waren, sahen wir in einiger Entfernung Pferde friedlich grasen. Wir achteten nicht weiter auf sie und waren sehr überrascht und auch ein bisschen erschrocken, als sie dann plötzlich auf uns zu galoppierten und erst kurz vor uns anhielten. Wir haben uns dann schnell auf den Rückweg gemacht. Sie kamen uns noch ein Stück hinterher, sind dann aber oben auf der Weide geblieben. Wahrscheinlich dachten sie, wir hätten Futter oder sie waren einfach nur neugierig.
Frau D. hat uns anschließend zu sich nach Hause eingeladen. Es gab einen Weichselschnaps, der sehr süßlich schmeckt und deshalb auch "Frauenschnaps" genannt wird.
Abends war ich ziemlich aufgeregt, weil ich morgen meine erste Stunde halten werde.
Beitrag von Elke
Sibiu-Mediasch - 20. Sep, 16:16
Heute haben wir einen Ausflug nach Birthälm gemacht. Birthälm ist berühmt für seine Kirchenburg. Die stammt aus dem 15. Jahrhundert und hat eine Besonderheit: Die Tür der Sakristei hat 22 Riegel, die alle mit einer einzigen Schlüsseldrehung bewegt werden. Die Wehrkirche steht außerdem auf der Weltkulturerbeliste der Unesco.
Wir sind aber heute hingefahren, weil dort das Sachsentreffen stattgefunden hat. Es gab einen Gottesdienst, den wir aber nicht besucht haben, weil wir erst später angekommen sind. Dann gab es viele Stände mit kleinen Sachen, die man kaufen konnte. Eine Blaskapelle spielte auf dem Kirchenvorplatz traditionelle Lieder, es gab Vorträge und auch ein Theaterstück in sächsischer Mundart. Am meisten haben uns aber der Trachtenumzug und der Auftritt der Volkstanzgruppen interessiert.
Unser Mittagessen bestand aus Szekely Kürtös: einem Rohr aus Hefeteig, das in Zucker oder Nüssen gewälzt wird. Richtig lecker!
Zu Hause angekommen, haben wir die Waschmaschine angeworfen. Auch hier gibt es eine Besonderheit: Da die Maschine aus Deutschland kommt, gibt es hier keine Anschlüsse, die den Abflussschlauch befestigen können. Deshalb wird das Abwasser aus der Maschine in die Toilette umgeleitet.
Bericht von Elke
Sibiu-Mediasch - 19. Sep, 15:31
7 Uhr, wir schliefen, 8 Uhr wir schliefen, 8:30 Uhr wir schliefen immernoch, 8:45 Uhr der Wecker klingelt. So sieht also das Ausschlafen hier aus.:-) Ganz langsam machten wir uns fertig. Obwohl wir nicht länger als sonst geschlafen hatten, waren wir gu gelaunt und wach. Gemütlich frühstückten wir (Griesbrei:-)), machten uns fertig und fuhren mit Fr. D. nach Birthälm. Schon die Fahrt war abenteuerlich. Wir fuhren in einen Vorort von Birthälm, wo es einen Zigeunerstadtteil gibt. Die Zigeuner haben sich dort niedergelassen und wohnen in halbfertigen Häusern aus Ziegelsteinen, so zahlen sie weniger Steuern. Am Straßenrand bieten sie wunderschöne Dinge an, glänzend aus Messing und ähnlichem. Wir erfuhren viel über das Land an diesem Tag. An vielen Berg sieht man noch die Weinterrassen, allerdings ohne die Weinstöcke. Seit der Wende ist aber viel verwahrlost und die Menschen, denen ihr Land zurückgegeben wurde, können es nicht bewirtschaften. Dann fuhren wir in Birthälm ein. Eingentlich ein kleines, verschlafenes Dörfchen, aber mit der am besten erhaltenen Kirchenburg Siebenbürgens ( Weltkulturerbe). Wir stiegen die Stufen aus Holz hinauf und besichtigen die Burg und das dort anschließende Heimatmuseum (1Raum). Dort gab es ein Zimmer, in welches die Eheleute bei Streit gesprerrt wurden, mit einem Bett, einem Löffel, einem Stuhl, einem Teller etc.. Hier mussten sie ausharren, bis sie sich wieder vertrugen. Man konnte sich Trennungen nicht leisten. Wir fanden die Idee durchaus ansprechend und werden bei gegebener Zeit unserer Angela Merkel einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen.
Nach der Besichtigung der Kirche selbst gingen wir den Weg auf der anderen Seite hinab. Um nicht zu lange zu erzählen, erwähne ich nur kurz, dass wir lange Cevapcici gesucht haben, welche NICHT rot waren:-) wir haben dann auch welche gefunden und gegessen und nun ja leeeeeeecker:-)
Des weiteren haben wir ein paar nette Mitbringsel erstanden (es war dort das 19. Sachsentreffen und deshalb auch so viel los). Und an einem Stand gab es leckere ungarische Köstlichkeiten. Es war ein Hefeteig, welcher um eine Rolle gewickelt wird und von außen über dem Feuer kristallisiert und gebacken wird. Dann wird die Rolle herausgezogen. Dieses Hefegebilde ist süß und circa 40cm lang und seeeeeeeeeeeehr lecker. Nach dem Kauf dieser süßen Sünde begann auf dem Hauptplatz ein Trachtenumzug und eine Vorstellung verschiedener Tänze. Der erste Tanz war de Zillertaler Hochzeitstanz. Ich muss ehrlich sagen, diese Art von Musik ist grauenhaft. Danach wurden aber alte Volkstänze zur Schau gestellt und diese waren erheblich angnehmer und meine Ohren entspannten sich wieder. Nach einer Weile beschlossen wir eine Pause im Sitzen zu verbringen und suchten uns einen ruhigeren Ort. Dort trafen wir dann Fr. G., meine Mentorin, welche mit uns zurückfahren sollte. Sie wollte noch zu einem Vortrag und sich dann mit uns Treffen und zusammen mit dem Bus zurückfahren. Nun ja, diese Rückfahrt – Um 16 Uhr waren wir am Bus, der wollte um 16:30 los. Um 16:35 war immer noch keine Fr. G. da. So stiegen wir ein, nachdem ich mit Fr. D. telefoniert hatte, was wir machen sollten, wenn Fr. G. nicht kommen sollte. Ich saß wie auf Kohlen im Bus und machte mir Sorgen. Als der Bus losfuhr ging es mir schlecht:-( wir fuhren heim und als ich daheim war, rief ich bei Fr. G. daheim an und fragte ob sie schon daheim sei. Sie war es nicht. Ich hinterließ die Nachricht, dass wir gut daheim angekommen ware.
Kurze Zeit später rief sie mich dann an und ich versicherte ihr, dass wir gut heimgekommen sind. Wir haben viel Wäsche gewaschen (welche ein Abenteuer, Schlauch ins Klo, Hahn aufdrehen und Stecker einstecken) Ich habe an diesem Abend nur noch ein bisschen gelesen ( 3Stunden:-) und dann war es auch schon Nacht. Wir gingen guter Laune ins Bett, in der Gewissheit, dass wir uns schon ab und an wie Hühner verhalten... Boooock:-)
Beitrag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 19. Sep, 21:26
Im Rückblick auf den heutigen Tag kann ich zwei Dinge festhalten:
1.) Wir sind etwas grünlich um die Nase und brauchen Salz
2.) Wir bereuen nicht und würden es wieder tun :-)
Heute haben wir ein Sachsenfest besucht, das in Birthälm stattfand. Die Sachsen sind hier eine deutsche Minderheit, die bitte nicht mit "unseren" Sachsen im Osten Deutschlands zu verwechseln sind.
Es kamen ungeheuer viele Menschen zusammen, überall wurde Deutsch gesprochen und sogar Autokennzeichen aus Nürnberg, Stuttgart und Heilbronn wurden von uns erspäht.
Es wurde gelacht, zur Kapelle getanzt und herzhaft in frisch gegrillte Chevapcici gebissen – auch wir kamen in den Genuss des deftigen Gerichts!
Auf dem Veranstaltungsplatz steppte nicht nur der Bär, auch die Sachsen selbst tanzten in ihren detailliert bestickten, farbenfrohen, tradtitionellen Trachten alte Volkstänze zu deutschem Schlager und Blasmusik.
Wir ließen uns einfach mitreißen und beobachteten das bunten Treiben um uns herum.
In Birthälm gibt es eine Kirchenburg, ein Weltkulturerbe der UNESCO, die einige interessante Dinge in sich beherbert.
Ich will hier nur auf das sogenannte Versöhnungszimer eingehen. Ein enges Kämmerlein, in dem sich ein Tisch, ein Stuhl, ein Teller, ein Messer, eine Gabel und ein kleines Bett befinden.
Hier wurden vor langer langer Zeit zerstrittene Eheleute eingesperrt, die so lange darin eingesperrt wurden, bis sie sich zusammenreißen mussten und sich die Dinge im Zimmer teilten.
Eine Scheidung war zur damaligen Zeit sehr schmerzhaft, vor allem finanziell gesehen.
Wir amüsierten uns über diese Verkupplungs- und Versöhnungsidee doch sehr.
Wieder auf dem Veranstaltungsplatz angekommen zog uns ein köstlicher, süßer Duft eines Standes an. Hier wurde Kürtös verkauft, eine ungarische Spezialität, die uns auch zum Verhängnis werden sollte.
Diese, aus Hefeteig bestehende Süßspeise, reicht einem von der Fingerspitze bis zum Ellenbogen. Der Teig wird zunächst schneckenförmig um eine zylinderartige Form gewickelt und anschließend mit Zucker beschichtet. Dann wird alles über einem Holzkohlenfeuer gleichmäßig gedreht, bis der Zucker karamelisiert und beim Hineinbeißen mit Sicherheit knacken wird.
Danach wird die Backware von der Form gezogen – Man könnte sie mit einem Gipsverband vergleichen: eine hohle, paradiesische Angelegenheit, die, wenn man sie anziehen würde einen Unterarm schienen würde :-)
Während des Tages aß ich dreiviertel meines "Gipses", weil ich einfach nicht aufhören konnte... Den Geruch kann man ein bisschen mit dem eines Fastnachtsküchle vergleichen,der Gschmack ist aber trotzdem ein anderer...(Mir läuft beim Beschreiben immer noch das Wasser im Mund zusammen und ich schiele auf den spärlichen Rest in der Tüte).
Am Abend hatten wir eine Art Zuckerflash, dem nur noch ein karges Mahl, bestehend aus Paprika (wer häts gedacht ;-) ), Käse und Brot, entgegenwirken konnte.
Heute ist eindeutig einer der Tage, an dem ich hoffe, dass unser allabendliches Sportprogramm anschlagen wird!
Und wenns zwickt und weht tut, wen ruft man an?
Die Familie!
War schön mit euch zu telefonieren und nein, die Kartoffeln neigen sich noch lange nicht dem Ende zu ;-)
Beitrag von Kathrin
Sibiu-Mediasch - 19. Sep, 15:31
Heute hatte ich einen sehr intensiven Kontakt mit meinen Schülern, die, sobald sie mich sahen, schnell hergerannt kamen und mich sogar umarmten. Ich glaube sie mögen mich, was aber auf Gegenseitigkeit beruht :-)
Ich denke deswegen kam es auch zu dem denkwürdigen Missverständnis, das sich heute ereignet hat. Anstatt ins Lehrerzimmer zu gehen, blieb ich bei den Kindern auf dem Schulhof, da sie mir Schulhofspiele zeigen wollten und mich weiterhin über Deutschland ausfragen wollten.
Nach der Pause ging ich dann schonmal vor ins Klassenzimmer – die Schüler haben hier draußen zu warten, bis der Lehrer kommt. Erst dann dürfen sie das Klassenzimmer betreten.
Verspätet kam dann auch ein mir unbekannter Lehrer, allerdings ein Hohlstundenlehrer, der mich stumm mit einem Fingerzeig in die letzte Reihe verwieß und mir dann verärgert etwas auf Rumänisch hinterherrief. Stille. Dann schaute die Klasse zwischen mir und dem Lehrer hin und her und prustete los. Sie stellten klar, dass ich zunächst einmal keine Schülerin sei und des Weiteren kein Rumänisch verstünde.
Der Lehrer warf entsetzt die Hände an den Kopf und eilte zu mir, um sich vorzustellen und sich zu entschuldigen. Später berichteten mir die Schüler, dass er sich nach meinem Namen erkundigt hatte und mir offenbaren wollte, dass mein Verhalten Konsequenzen habe – auch neue Schüler haben sich an die Schulordnung zu halten.
Seitdem müssen wir beide unwillkürlich grinzen, wenn wir uns auf dem Gang begegnen.
Abends waren wir bei einer ehemaligen Lehrerin, die heute um die 80 ist und direkt neben der Schule wohnt. Wir saßen bei einem Kaffee in ihrem Garten, der aus einem Wildblumenmeer besteht, und unterhielten uns ausgiebig über den Lehrerberuf und unserer Vorstellung von einer perfekten Förderung schwacher Schüler.
Sie ist eine sehr weise und liebensürdige Frau, die einem zu Nachdenken anregt.
Nach dem dreistündigen Gespräch, das sich wie eine halbe Stunde anfühlte, schwiegen wir und unterhielten uns an diesem Abend noch lange über ihre Gedanken und die Denkanstöße, die sie uns gegeben hat.
Beitrag von Kathrin
Sibiu-Mediasch - 18. Sep, 20:36
Ich wurde heute morgen durch ein schallendes "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" erfreut. Das morgendliche Singen gefällt mir wirklich gut!
Leider konnten in der folgenden Deutschstunde nicht alle Kinder die Botschaft der Schatzkarte (sie suchen gerade einen Schatz im Deutschbuch) laut vortragen. Ein Mädchen war deswegen ernsthaft beleidigt. Eine weitere kleine Anekdote aus dem kurzweiligen Schulalltag hier.
Toll finde ich auch das so genannte Wahlfach, das hier angeboten wird. Der Klassenlehrer muss sich ein Themengebiet aussuchen und dies dann dem Ministerium vorlegen und begründen. Auf diese Weise kann man auch Dinge behandeln, die sonst zu kurz kommen oder unter den Tisch fallen. Letztes Jahr war das Thema Grimms Märchen, dieses Jahr ist es Ernährungslehre. Die Schüler werden während dieser Stunde einiges über Ernährung, Nahrungsmittel, Anbau und Produktion lernen und auch selbst viel kochen und backen. Heute haben wir dann erst einmal die Ernährungspyramide erklärt und die Kinder haben als Hausaufgabe aufbekommen, selbst ihr Essverhalten zu beobachten. Das was sie am meisten essen, sollen sie in die unterste Schicht ihrer Pyramide malen und so weiter. Darauf ein Mädchen:"Aber Frau, ich kann nicht unten Schokolade hintun, das ist nicht richtig. Dann merkt es jeder." Sie meinte, dass dann jeder weiß, dass sie sich falsch ernährt. Es war sehr amüsant.
Nachmittags machten wir uns auf den Weg, um eine ehemalige Lehrerin der Schule zu besuchen. Auf dem Markt kauften wir noch einen Blumenstrauß, da man in Rumänien nie mit leeren Händen einen Besuch macht. Ein schöner Brauch, finde ich.
Die Begrüßung fiel dann auch gleich sehr herzlich aus, da wir mit unseren gelben Blumen wohl genau ihren Geschmack getroffen hatten...
Es folgten drei sehr kurzweilige, interessante Stunden. Frau J. ist wirklich eine bemerkenswerte Frau. Sehr klug, sehr belesen und sie gibt einem irgendwie das Gefühl, einen zu durchschauen. Wir diskutierten über Lehrer, Schule, Kinder (Schüler), aber auch über Politik und Filme oder auch darüber, was denn jetzt "typisch deutsch" ist. Seit wir hier sind, haben wir uns diese Frage schon öfter gestellt, da wir merken, dass wir doch ein bisschen anders sind als die Menschen hier. Frau J. hat uns viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Einigermaßen schweigsam sind wir dann auch nach Hause gelaufen, wobei wir uns beeilen mussten, um nicht nass zu werden.
Vielleicht klappt es ja, sie noch einmal sie zu besuchen, man könnte ihr stundenlang zuhören.
Abends aßen wir dann einen Salat, tranken ein Gläschen Wein und freuten uns auf morgen. Wir machen einen Ausflug nach Birthälm.
Edit: Heute doppelt so lang wie sonst...Nur für euch, liebe Familie.:-) Ich erwarte im Gegenzug eine extralange E-Mail von euch. Was ihr macht und was in unserem Ländle so vor sich geht...
Beitrag von Elke
Sibiu-Mediasch - 18. Sep, 21:19
Heute ist meine erste Stunde.... das ging mir den ganzen morgen im Kopf herum. Ich war sehr nervös, aber auch unheimlich müde morgens. In der Schule wurde ich von den Kindern allerliebst empfangen und in der Mathestunde am Anfang, schaffte ich es doch noch mich ein bisschen zu entspannen. Dann kam meine Stunde. Die Kinder nahmen mich gleich als Lehrerin an und machten mit. Zwischendrin war ich kurz mal etwas unsicher, weil die Klasse dich sehr heterogen ist, aber es hat im Endeffekt alles gut geklappt. Dann folgte Rumänisch. Ich verstehe immer mehr in der Stunde und Fr. G. übersetzt mir freundlicher Weise auch immer wieder etwas. Nach meinem Unterricht in der Klasse, kamen die Kinder und schlugen mir vor, mich auch zu unterrichten. Ich gab ihnen die Hausaufgabe, mir doch ein paar Wörter auf Rumänisch mit deutscher Übersetzung mitzubringen. Ich bekam in der Pause dann auch ein paar Zettelchen zugesteckt und so kann ich dann auch schön am Wochenende lernen. Nach dieser Stunde ging es ans Zeichnen. Fr. G. und ich waren hier gemeinsam am Werk und die Kinder durften Pelikane mit Aquarell malen. Mich haben wieder mal die unterschiedlichen Leistungen der Kinder umgehauen. Ich glaub daran muss ich mich nun wirklich mal gewöhnen. Nach dieser wirklich schönen Stunde, besprachen meine Mentorin und ich die nächste Woche. Jippi, nur Deutsch und Geschichtsstunden. :-) Aber, irgendwie finden wir keinen Punkt bei den Gesprächen, ganz schnell waren fast 2 Stunden um. Anschließend ging ich mit den anderen beichen nach Hause. Dort machten wir ein bisschen Pause um dann erfrischt zum Besuch bei Fr. J. aufzubrechen. Auf dem Markt kauften wir gelbe Blumen und welch Überraschung, wir hatten den richtigen Riecher und hatten die Lieblingsfarbe der Dame gewählt. Fr. J. wohnt in einer richtigen Oase. Man geht durch ein großes, etwas schäbiges Tor und dann, dann findet man sich in einem Meer aus Blumen wieder. Es duftet und riecht gleichzeitg etwas nach Rauch. Man blickt auf Blumen, die die Mauern ringsherum einfach wegzaubern. Und dann die Dame selbst – unbeschreiblich. Sie strotzt nur so vor Lebenskraft, ist aber wohl schon mehr als 80 Jahre alt. Sie ist groß und keine "liebe" alte Frau, sonderen eine sehr wissende und zum Nachdenken anregende Frau. Wir waren etwa 3 Stunden bei ihr. Sie erzählte von sich, vom Lehrersein, von Erlebnissen in Deutschland, wie in Rumänien und diskutierte mit uns über Werte und Vorstellungen, über Schulsysteme und Politik. Kurz bevor ein Gewitter Mediasch heimsuchte, gingen wir nach Hause, sonst säßen wir vielleicht morgen noch dort. Eine tolle Frau. Wir haben noch lange darüber nachgedacht und gesprochen. Nach einem leckeren Essen und einem gemütlichen Glas Wein fielen wir erfüllt in die Feder. Morgen geht es nach Birthälm:-)
Beitrag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 18. Sep, 19:38
Gerade eben ist vor unserem Balkon ein Pferd entlanggetrottet, das einen großen Kutschenwagen hinter sich herzog, auf dem einige Romafrauen in ihren buntenTrachten und wallenden Röcken saßen. Solche Siutationen erinnern mich dann immer wieder, wo ich gerade bin, denn so langsam fühlt man sich hier zwar nicht zu hause, aber angekommen.
Meine siebte Klasse stellte sich heute nicht nur als nett, sondern auch als sehr zuvorkommend heraus. Kaum war ich eingetreten, huschten 2 Schüler los, um mir einen Stuhl und einen Tisch herbeizutragen- Ungefragt und mit einer solchen Selbstverständlichkeit, die mich angenehm überrascht.
Während des Unterrichts arbeitete heute über die Hälfte der Klasse konsequent mit. Dies sei nach einer Lehrerin nicht immer so – sie führt es auf den ungewöhnlichen Unterrichtsbesuch zurück- doch bestätigt sie eine regelmäßige Mitarbeit seitens der Schüler.
In der Rumänischstunde verstand ich natürlich kein Wort, ließ mich aber von der angenehm klingenden Sprachmelodie des Rumänischen berießeln. Vor unserer Reise war ich seltsamerweise überzeugt, dass Rumänisch eine recht harte Sprache ist, mit vielen R's und anderen Konsonanten.
Jetzt kann ich berichtigen, dass es mich eher an italienisch erinnert. Schon temperamentvoll, aber auf der anderen Seite auch recht weich und flüssig.
Als ich das Schulgebäude verlassen wollte – die Klasse sollte Sport haben und ich wollte daher eine andere Klasse besuchen- hörte ich gerade noch ein" Frau Kathrin, kommen Sie in Sport, jaaaa!!!".
Dem Hundeblick konnte ich natürlich nicht wiederstehen und so erlebte ich eine recht exotische Sportstunde:
Der Unterricht fand draußen statt, auf einem Platz, der an das Gymnasium (ab Klasse 9) angrenzt.
Die Schüler reihten sich in Viererreihen hintereinander auf und standen stramm, während der Lehrer in seine Trillerpfeife pfiff- Und im Laufschritt ging es in dieser Formation los.
Auf den ersten Blick sah das sehr streng aus, doch der Lehrer machte immer wieder Scherze mit den Schülern, tat so, als würde er stolpern, oder verlor im Schnelllauf absichtlich gegen die Mädchen der Klasse.
Abgelenkt wurde ich dann durch Zaungäste, die herübergrinzten und winkten. Unser Besuch hat sich wohl herumgesprochen und scheint wirklich etwas Besonderes zu sein. Ich winkte dann auch zurück, was sie sehr freute.
Schließlich gesellte sich ein Achtklässler zu mir auf die Bank, der mir eine Walnuss schenkte und neugierige Fragen stellte. Es war eine nette Unterhaltung, während er mir lachend die versteckten und verbotenen Raucherecken beschrieb und stolz von seinem Fußballverein erzählte. Natürlich werde ich darüber schweigen wie ein Grab, es sei nur angemerkt, dass sie paffenden Schüler wirklich sehr kreativ sind :-)
Ich bin immer noch begeistert, wie flüssig und wortgewandt sich die Schüler auf deutsch unterhalten können. Vielleicht werde ich auch einmal in seine Klasse gehen, da die Direktorin mich in möglichst vielen älteren Klassen einsetzen will. Denn wenn Praktikanten vor Ort sind, sind diese fast ausschließlich an der Grundschule. Ich kann an dieser Stelle die Mittelstufe nur wärmstens empfehlen. Es sind allesamt aufgeschlossene und sehr interessierte Jugendliche, die oft grüßend herbeigerannt kommen und sich wirklich über viel mehr Praktikanten freuen würden.
Beitrag von Kathrin
Sibiu-Mediasch - 17. Sep, 17:30
Nach der morgendlichen Begrüßung und lautem Gesang ging es mit Erdkunde los. Um die Himmelsrichtungen zu bestimmten sind wir auf den Schulhof gegangen und haben die Sonne "gesucht". Die Lehrer machen durchaus nicht mehr nur Frontalunterricht, sondern versuchen, alles etwas aufzulockern...Schön ist auch, wenn andere Lehrer ins Klassenzimmer kommen und etwas wissen wollen: alle Kindern begrüßen sie dann im Chor und wünschen einen schönen Tag wenn sie wieder gehen.
Manches ist mir auch neu und ich kenne es nicht aus Deutschland. Wie Frau D. mir gesagt hat, arbeiten die Sportvereine mit den Lehrern zusammen und die Kinder müssen den Trainern ihre Noten zeigen. Wenn die nicht zufriedenstellend sind, darf das Kind für eine Weile nicht mehr kommen. Sie meinte, das würde die Kinder motivieren. Ich persönlich finde es zwar etws heftig, aber es scheint zu funktionieren. Andererseits lernen die Lehrer ihre Schüler dann auch noch anders kennen...Verhalten in und außerhalb der Schule können sich doch unterscheiden.
Heute haben wir auch wieder feststellen müssen, dass die Schulen hier wirklich wenig Geld haben. Für Klopapapier auf den Lehrertoiletten reicht es nicht mehr. Wir bringen unser eigenes mit...Eine etwas ältere Lehrerin hat uns erzählt, dass sie früher von umgerechnet 50 Euro im Monat leben mussten. Auch heute gehen sehr viele junge Lehrer ins Ausland, da der Job sehr schlecht bezahlt wird. Allein vom Lehrergehalt können sie auch heute noch nicht leben und eine Familie ernähren. Das finde ich schon schockierend.
Heute hatte ich dann auch ein längeres Gespräch mit Frau D. und werde nächste Woche 7 Stunden halten. Davon 4 in Mathe...Mal sehen wie das alles so klappt.
Beitrag von Elke
Sibiu-Mediasch - 17. Sep, 16:08
Der Tag in der Schule begann mit Musik. Die Kinder wurden einzeln begrüßt. Es war eine sehr schöne, aber auch etwas laute Stunde. Anschließend war Deutschunterricht. In der Pause zu Deutsch, ging es einem Mädchen sehr schlecht und es kuschelte sich zu mir. Als es ihr dem Anschein nach wieder besser ging, setzte sie sich wieder an ihren Tisch. Während der Stunde wurden viele Worte erklärt und sich auf Deutsch verständigt. Immer wieder erstaunen mich diese Kinder, die so gut Deutsch sprechen und so viel leisten. In der Pause zum Rumänischunterricht spuckte das vorhin erwähnte Mädchen in den Klassenraum. Ich war überrascht, dass gleich Kinder mit feuchten Tüchern kamen und so konnte ich dem Mädchen helfen. Sie legte sich im Schulflur auf eine Bank. Ein Mädchen fragte mich, ob es die Schweinegrippe sei, das verneinte ich:-) Die Klassentüre wurde offen gelassen, auch weil es in dem Raum nach Erbrochenen roch und natürlich weil die Lehrerin so einen Blick auf das kranke Mädchen hatte. Der Unterricht auf Rumänisch ermüdete mich etwas, war aber schön anzuhören. Immer wieder wurden Wörter ins deutsche übersetzt, diese habe ich mir dann auch gleich brav notiert:-)
Nach Rumänisch ging es in die Kirche (im Schulhof liegend), dort fand ein Gottesdienst für die Erstklässler statt. Für mich als konfessionslose sehr unbekannt und trotzdem schön. Es wurde viel gesungen und ein kleines Schauspiel von einem Pfarrerehepaar vorgetragen. Darin ging es um Menschen, welche für andere Menschen zu Schutzengel werden können, weil sie so ein großes Herz haben. Nach diesen eindrücklichen Worten und dem abschließenden Vater unser, gingen wir zum essen, wo es Fisch gab. Nun ja, was soll ich sagen, mir war ein wenig komisch im Magen und Kathrin richtig schlecht. Es war wirklich nicht sehr gut. Wir gingen dann heim und nach einer schnellen Unterrichtsvorbereitung ging ich zum Elternabend. Das war echt angenehm. Die Eltern stellten sich alle vor und dann wurde eben geredet und besprochen und viel gelacht. Auf Rumänischen natürlich, aber ich habe viel verstanden. Nach dem Elternabend hatte ich noch eine Besprechung mit meiner Mentorin, die wir in ihre Wohnung verlegten. Es war wirklich sehr nett. Sie ist die Pfarrersfrau und wohnt über den Dächern der Stadt. Sie zeigte mir von Mediasch von oben und erzählte ein bisschen. Dann wanden wir uns dem Unterricht und den Kindern zu – ruckzuck waren 1 ½ Stunden vorbei. Meine braven Mitabenteurer holten mich an der Schule ab, was auch nötig war, denn allein wäre ich nicht gerne durch die Straßen gelaufen. Zu dritt kamen wir dann auch daheim an, wo es noch einen kleinen Abendessenssnack gab. Danke fürs Abholen ihr zwei Süßen:-)
Beitrag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 17. Sep, 15:33
Bevor ich zum heutigen Tag komme, möchte ich noch eine kurze Erinnerung loswerden. Es war am Sonntag, als wir mit Fr. D. zur Schule liefen. Auf dem Rückweg, kamen wir an einer sehr alten Frau vorbei, ich dachte sie würde betteln, aber Fr. D. lief zu ihr und fädelte ihr die Nadel ein. Dann erzählte sie, dass diese Frau eine sehr alte Sächsin sei und sich immer an die Straße stellt, damit ihr jemand den Faden einfädelt, da sie das nimmer könne. So etwas findet man auch nur hier:-)
Gut zum heutigen Tag... nach einem nächtlichen Kampf mit einer Stechmücke, war ich etwas müde. Auf dem Weg zur Schule verging diese Müdigkeit dann aber wieder. In der Klasse angekommen, wurde ich nett begrüßt. Es wurde mit Deutsch begonnen, doch plötzlich – wie so oft in Rumänien – ging die Türe auf und es kam eine Sportlehrerin herein und meinte, dass sie jetzt Sport habe. Nach kurzer Besprechung mit den Schülern, gingen wir (Fr. G. und ich) ins Nichtraucherlehrerzimmer und besprachen, wie das in den nächsten Wochen mit uns funktioniert. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe eine sehr nette und offene Lehrerin. Sie erzählte mir viel und wir können sofort kreative Ideen austauschen. Sie kennt auch unsere nette Organisatorin von der PH (eine Frau mit dunklen Locken, welche geeeerne diskutiert:-)). Am Freitag werde ich meine erste Stunde halten und morgen muss ich mit auf einen Elternabend. Bin sehr gespannt. Ein weiteres Ergebnis unserer kreativen Phase war ein Spontanbesuch in der letzten Stunde im örtlichen Museum. Aber zurück zur zweiten Stunde – Deutsch. Es wurde gelesen und ein AB bearbeitet, in FÜNF Minuten!!! Das hätte mit großer Sicherheit kein deutscher Viertklässler geschafft. Respekt. An die Deutschstunde schloss eine Englischstunde an, von der ich etwas enttäuscht war. Es wurden vielleicht drei Sätze auf Englisch geredet, die Kinder waren ziemlich laut und meiner Meinung nach unzufrieden. Nach der folgenden Pause ging es dann zu Fuß zum Museum. Ich bekam eine kurze Einführung in die Geschichte Mediaschs. Im Museum gab es viele Exponate aus den unterschiedlichsten Epochen. Zeitlich geordnet. Zum Schluss standen wir vor einem kleinen, nachgebauten Mediasch, von vor ein paar hundert Jahren. Die Kinder zeigten welche Gebäude es noch heute gibt und welchen Weg wir zum Museum (im ehemaligen Franziskanerkloster) genommen hatten. Nach all dem und vielen schönen, kurzen Gesprächen mit den Kindern und vertauensvollen Händen, welche in meine gelegt wurden (Mädchen wie Jungen), kamen wir wieder an der Schule an. Nach einer Nachbesprechung des Tages mit vielen persönlichen Komponenten ging ich zu den anderen Zweien und einem "sehr kläglichen" Mittagsessen in der Schule.
Daheim war ich dann erstmal erledigt. Doch nach kurzer Pause, gingen wir einen kleinen Spaziergang machen... Dabei trafen wir auf eine Kuh im Wald. Sie lief da einfach einen Weg entlang. Es war sehr komisch. :-) und es folgten viele Fotos. Auf dem Berg, den wir bestiegen, angekommen, gab es eine Menge weitere Fotos. Nach unserem Abstieg und der Ankunft daheim, konnten wir endlich entspannen, biiiiiiiiis Kathrin zum sportlichen Teil des Abends überging, diesem schließe ich mich nun an.
In diesem Sinne allen einen schönen Abend.:-)
Beitrag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 16. Sep, 20:22
Heute morgen sollte ich zum ersten Mal meine Klasse auf Zeit kennenlernen. Überpünktlich und höchst nervös fand sich Nervenbündel Kathrin am Treffpunkt ein, als: "Ah, Kathrin, da bist du. Die erste Stunde fällt bei euch aus."
Zur Chemiestunde lernte ich dann meine Kasse kennen, die mich mit Klatschen empfing und mich erfreut anlachte. Von da ging es mir wirklich gut und ich freue mich auf die kommenden Tage mit der Klasse.
Wir scheinen innerhalb der Schule wohl aufzufallen, da ein Junge mir sogleich versicherte: "Ah, Sie sind das! Frau, mein großer Bruder mag Sie!" :D
Die ersten 10 Minuten war ich alleine, sodass wir uns kennenlernen konnten.
Nach einem "Frau, bitte, gehen Sie zum Put und sagen Sie wie Sie heißen" unterhielten wir uns über dies und das und ich stellte mich interessierten Fragen über Wohnort, Lieblingsessen und Alter. (Sie waren über mein Alter entsetzt, da einige überzeugt waren, ich wäre 17 – sehr rührend ;-) )
Es sind 19 Schüler im Alter von 12 bis 14 Jahren, bestehend aus einer gesunden Mischung von Jungen und Mädchen.
Sobald man den Raum betritt, hasten die Schüler an ihre Plätze, stehen stramm und wünschen einem im Chor einen "Guuuuuteeeeeen Taaaaaaaag!", um sich anschließend zu setzen.
Während meines Praktikums werde ich die meiste Zeit mit dieser Klasse verbringen, allerdings werde ich in den Deutschstunden in der gesamten Mittelstufe eingesetzt, da die Deutschlehrer sehr an unseren Methoden interessiert sind und sich alle Schüler über den Besuch aus Deutschland freuen würden.
Wobei ich hier auch festhalten möchte, dass hier der Frontalunterricht zwar noch vorhanden ist, jedoch seit geraumer Zeit durch Fortbildungen durch alternative Unterrichtsformen aufgelockert ist – teilweise gar nicht mehr vorhanden ist.
Deutsche Schüler werden meiner Meinung nach verhätschelt. Schon die Klasse 4 scheint unseren Kindern ein Schuljahr voraus zu sein und auch meine 7er legen bei Mathe ein solch konzentriertes Arbeitstempo vor, dass man nur noch ungläubig beobachten kann. Angetrieben durch das stetige Auf- und- ablaufen der Lehrerin und Kommentare wie "das muss schneller gehen", "Herzlichen Glückwunsch, du kommst wieder in die erste Klasse", "Seht ihr, sie ist viel schneller als ihr" rauchen die Köpfe.
Beispielsweise – und dies ist nicht überspitzt gemeint – bearbeiteten sie die ersten 10 Minuten ein Arbeitsblatt "zum Aufwärmen und Wiederholen", das in deutschen Klassen bestimmt eine Schulstunde hätte füllen können. Hut ab!
Wir sollten deutschen Schülern viel mehr zutrauen.
Die Lehrer gehen ideal mit den Jugendlichen um. Sie stecken die Verträumtheit und manch geistige Abwesenheit mit viel trockenem Humor weg, was für einiges Lachen sorgt.
Auch kleinere Regelverstöße werden kurzerhand für den Unterricht genutzt.
Als Beispiel schlürfte ein Schüler ausgiebigheute aus einem Trinkpäckchen – ein gefundenes Fressen für die Lehrerin, die gerade die Naturwissenschaften voneinander abgrenzte: "Na, da schaut, er hat das verstanden: Chemie ist die Milch und Physik die Schachtel. Stoffe – Körper. Sehr gut!"
Das soll nicht heißen, dass die Schüler nicht zurechtgewiesen werden, im Gegenteil, auf Respekt und Ruhe wird sehr viel Wert gelegt. Störenfriede werden vor gesamter Klasse zurechtgewiesen und das in einem unmissverständlichen und auch hartem Ton.
Auf der anderen Seite umarmen auch noch die älteren Schüler ihre Lehrer, die wiederum Freunde des Haarewuschelns sind :-)
"Zuckerbrot und Peitsche" scheint zu funktionieren.
Beitrag von Kathrin
Edit von Kathrin: Nach wilden Hunden, herumstreunernden Kätzchen und gockenden Hühnern in den Straßen, hatten wir heute Premiere mit einer freilaufenden Kuh, die uns munter anmmuuuuhte ;-)
Sibiu-Mediasch - 16. Sep, 16:40
Der erste Tag an dem wir alle drei in unseren eigenen Klassen waren. Meine Klasse hatte heute Mathematik, Deutsch, Geschichte, Englisch und Rumänisch. Nach der Begrüßung, zu der die Kinder aufstehen, singen alle gemeinsam ein deutsches Lied. Heute: "Wir werden immer größer". Den Schülern macht es wirklich Spaß und ich hatte das Gefühl, danach sind wirklich auch alle in der Schule angekommen. Die Kinder sind im Rechnen wirklich fit, sehr schnell und haben auch keine Probleme mit Übergängen im Zahlenraum bis 1000000. Manche deutsche Schulklasse könnte sich noch ein Scheibchen abschneiden.:-)
Auch in Deutsch war ich überrascht, wie gut die Kinder sind. Mit Texten und Aufgaben dazu kommen sie wirklich gut zurecht. Es funktioniert auch ohne ständiges Nachfragen und ganz selten muss etwas zwei Mal erklärt werden.
Mittagessen gab es in der Schule. Für die Kinder besteht das Angebot, in der Schule zu essen und dort auch unter Aufsicht ihre Hausaufgaben zu machen. Das "Mittagessen" stellte sich aber doch eher als kleiner Snack heraus...:-)Um vier Uhr ist dann für alle die Schule aus. "Frau, aber man kann auch nach Hause gehen", hat mir ein Mädchen erklärt.
Daran, nur mit "Frau" angesprochen zu werden, muss ich mich wohl erst noch gewöhnen. Es scheint hier aber normal zu sein. :-)
Nachmittags haben wir noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Im Wald kann man einen Berg hoch laufen und hat dann einen tollen Ausblick über Medias. Auf dem Weg dorthin sind wir noch einer Kuh begegnet, der ihre Weide wohl zu klein war und die seelenruhig den Fußweg entlangtrottete. Das Wetter ist hier wirklich schön. Es hat an die 30°C...
Sibiu-Mediasch - 16. Sep, 16:06
Heute begann der Tag sehr früh. Es war draußen fast noch dunkel. Um 8 Uhr ging die Schule los. Ganz anders als ich es erwartet hatte. Die Kinder sitzen an Gruppentischen. Sie lernen sehr gut, obwohl das Klassenzimmer so klein ist! Ich war sehr überrascht, was sie alles leisten und bin mir sicher, dass in Deutschland viele Viertklässler sehr viel weniger können. Es find an mit den Schulregeln, dann folgten eine Deutsch und eine Umwelkundestunde. In beiden Stunden ging es um den Pelikan (Klassentier). Zwischendrin kam der Schularzt (bzw. eine Schulschwester), jedes Kind wurde auf Läuse untersucht und musste seinen Hals vorzeigen. Bei den Kinder mit rotem Hals wurde ein Abstrich gemacht. Den Schluss bildeten Mathe und Musik. In Musik wurde geflötet und drei Lieder gesungen (naja manche Kinder hatten ein anderes Verständins als ich vom Singen...): "C A FF E trink nicht zu viel Kaffe", "es tönen die Lieder" und "heut kommt der Hans zu mir". Mich erstaunte wie viel in der Klasse gespielt wurde. Einmal sagte ein Kind: "nicht spielen, schreiben!" In der ersten Pause gingen wir mit ins Raucherlehrerzimmer. Da war es lustig, aber der Rauch stand und ich fühlte mich danach wie ein Aschenbecher. In der darauffolgenden Stunde bewegte ich mich nicht, weil ich bei jeder Bewegung den Rauch in der Kleidung spürte. In den nächsten Pause mieden wir dieses Zimmer.:-) In der letzten Stunde losten wir aus, wer zu welcher Lehrerin geht. Ich kommen nun zur Fr. G., eine sehr nette Sächsin. Elke wird in Zukunft bei Fr.D. den Vormittag verbringen und ihre Pflichtstunden halten. Nach der Schule bekamen wir unser rumänisches Handy. Dann gingen wir über den Markt heim. Und wir haben NICHT dazugelernt und haben "unabsichtlich" 4 kg Paprika statt 4 Stück gekauft. Daheim mussten wir uns erstmal wieder durchlüften um dem in den Kleidern hängenden Rauch zu entkommen. Ich weiß warum ich Nichtraucher bin:-). Im Moment duftet die ganze Wohnung nach Kartoffelkuchen. Ich habe trotz fehlendem Messbecher, Schüsseln, Scheebesen und Arbeitsplatte einen Hefeteig hinbekommen – da bin ich wirklich stolz:-)
Nun werden wir noch essen, Musik hören und entspannen. Vielleicht gelüstet es uns ja noch nach einem Spaziergang:-) Vielleicht........ ist ja dann auch schnell morgen und dann wird es ernst:-)
Beitrag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 15. Sep, 18:30
Unser erster "richtiger" Schulvormittag. Die Schule beginnt um acht; der Vormittag hat dann 4 Stunden. Sie dauern 45 Minuten und zwischen den einzelnen Stunden ist immer eine Viertelstunde Pause, in der die Kinder auf den Schulhof müssen – oder dürfen.
Die Kinder stehen zur Begrüßung ihrer Lehrerin auf. Anschließend liest ein Kind den Stundenplan des Tages vor.
Heute bestand die erste Stunde daraus, dass Frau D. Die Klassenregeln vorgelesen und nochmal erklärt hat- jedes Kind musste sie anschließend unterscheiben. Auch die Eltern müssen diese Klassenregeln gegenzeichnen. (pünktlicher Schulbesuch, respektvoller Umgang etc.)
Auch hier werden also Eltern wieder miteinbezogen.
Außerdem wurde heute das Klassentier "getauft". Jede Klasse hat ein Tier, das sie übers Schuljahr begleitet. In unserer Klasse ist es ein Pelikan, der jetzt auf den Namen "Flopy" hört.:-)
Außergewöhnlich war heute auch noch der Besuch des Schularztes: Die Kinder mussten "A" sagen und ihre Köpfe auf unerwünschte Ferienmitbringsel untersuchen lassen.
Insgesamt hat man gemerkt, dass sich die Schüler erst wieder daran gewöhnen müssen, dass jetzt wieder Schule statfindet. Trotzdem waren sie sehr engagiert dabei. Ich war ganz überrascht- ein Kind meldete sich lautstark zu Wort, ob denn noch ein Spiel jetzt wirklich nötig wäre und wann man denn endlich richtig anfangen und schreiben würde. Das habe ich jetzt noch bei keinem Praktikum erlebt.:-)
Die Lehrer verbringen ihre Pause in einem der beiden Lehrerzimmer. Es gibt ein großes und ein kleines. Das große ist allerdings so gut wie leer, da im kleineren "Raucherzimmer" die Stimmung besser ist, und sich dann alle dort auf- und unterhalten. Die Nichtraucher stellen hier auch eine Minderheit...:-)Allerdings hat es die Nebenwirkung, dass man riecht wie nach einer ausgiebigen Kneipentour...Wir werden also in Zukunft unsere Pause wohl eher alleine im großen Zimmer verbringen.
Die Sprache ist überhaupt kein Problem. Die Deutschkenntnisse der Kleinen sind wirklich beeindruckend gut wenn man bedenkt, dass Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Ganz selten musste Frau D. ein Wort auf Rumänisch erklären. Ansonsten findet der komplette Unterricht auf Deutsch statt. Nur das Fach Rumänisch selbst sowie Sport und Kunst sind nicht auf Deutsch.
Ich werde in dieser Klasse bleiben und in den nächsten Wochen hoffentlich viel Spaß mit ihnen haben. Ich freue mich aber jetzt auf alle Fälle sehr darauf!
Beitrag von Elke
Sibiu-Mediasch - 15. Sep, 17:41
Hier eine kurze Skizzierung des ersten richtigen Schultages einer vierten Klasse.
Die Kinder stehen hier für die morgentliche Begrüßung auf und wünschen sich und der Lehrerin einen guten Start in den Tag. Wie jedes Jahr hat die Klasse auch dieses Mal ein Klassentier, das sie das Schuljahr über begleitet – Ein Pelikan soll es diesmal sein.
Nachdem Vorschläge von Coco, über Dexter zu Fred einhergingen, wurde der Name des gefiederten Freundes auf Flopy festgelegt.
Die Kinder sind sehr lernwillig und freuen sich nach dreimonatiger Sommerpause richtig auf das Lesen und Schreiben. Daher war auch ein Mitschüler bei einem Einführungsspiel so irritiert, dass er überschriftgebendes Kommentar nicht mehr zurückhalten konnte.
Wir sind uns noch nicht sicher, warum die Lehrerin nicht mit Vor- oder Nachnamen angesprochen wird, die Kinder rufen die Lehrerin einfach nur "Frau", was für mich als Beobachter ganz amüsant ist. ("Frau, können Sie mir helfen", "Frau, wie heißt das Wort"...)
Die Kinder sprechen die deutsche Sprache schon sehr flüssig und lernen stetig neue Vokabeln (Segelschiff, Leseratte...). Verständigung auf bloßem Deutsch ist hier wirklich bedenkenlos!
Auch die Schulkrankenschwester erstattete der Klasse einen Besuch und schaute auf das Haar und in den Hals. Alle Kinder erwiesen sich aber als putzmunter, nur zwei hatten ein wenig Halsschmerzen.
Die Pausen zwischen den Schulstunden betragen immer 10 Minuten, wobei Pause hier auch Pause für die Lehrer heißt! Diese Tatsache wird ausgiebig von der rauchenden Mehrheit genutzt, die sich im winzigen Raucherzimmer einfinden und über ihre Pappenheimer und andere lustige Dinge berichten. Ob wir wirklich das Risiko auf uns nehmen, als Raucherstäbchen nach Deutschland zurückzukehren ist aber fraglich. Ich denke wir werden in Zukunft eher das um einiges größere Nichtraucherlehrerzimmer aufsuchen^^
Ab morgen bin ich bei den "Großen" und werde für die 7b zuständig sein.
Die Klassenlehrerin ist eine sehr lustige Dame mittleren Alters, die gerne mal ein Zigarettchen dampft und vor Humor nur so sprüht. Sie unterrichtet Mathe.
Dass ich erst nach drei Tagen endlich meine Klasse kennenlerne hat den Grund, dass die Schule nur pro forma begonnen hat. Noch gab es viel Papierkram zu erledigen, sodass Unterricht bis einschließlich heute noch nicht im eigentlichen Sinne von stattfinden konnte.
Ich habe vor möglichst viele verschiedene Fächer zu unterrichten und ein bisschen zu experimentieren ;-)
Nur von Sport werde ich wohl die Finger lassen, da der Sportlehrer sich verschluckte und loslachen musste, als er sich mich in einer Sportstunde vorstellte. Turnen heißt hier nämlich nicht ein wenig am Reck rumbaumeln! (Man, wurden wir im Sportunterricht verwöhnt :D)
Deshalb werde ich mich wohl eher an Deutsch, Englisch, Physik (ja, richtig gelesen!), Mathe und "Geschiche der Minderheiten in Siebenbürgen" halten, das hier ein eigenes Schulfach bildet.
Podest, ich komme :D
Bericht von Kathrin
Sibiu-Mediasch - 15. Sep, 17:01
Aufgrud aktueller und dejavue- artiger Ereignisse, folgende goldenen Regeln für ein erfolgreiches Einkaufen und korrektes Marktverhalten für Westeuropäer ;-)
1.)Auf dem Markt gelten Kilopreise, nicht Stückpreise! Sollten Sie der Sprache nicht mächtig sein, seien Sie sich bewusst, dass die Zahl, die Sie mit ihren Fingern anzeigen, IMMER die Kilogrammangabe ist. Ein abschreckendes Beispiel bilden die drei nichtsahnenden Praktikantinnen Erika, Katleen und Kora *, die seit diesem denkwürdigen Ereignis 12 kg Kartoffeln und 4 kg Paprika in ihrer Bleibe beherrbergen – Auch der Speiseplan wurde deswegen bahnbrechend geändert.
Die einheimische Bevölkerung qutiert diese touristische Unbeholfenheit mit einem schelmischen Grinzen. So das Zitat einer eingeborenen Lehrerin: " Wer kauft schon 12 Stück Kartoffeln. Das wäre, als würde man im Supermarkt nur auf eine halbe Makaroni- Nudel bestehen"
2.)Wenn Ihnen eine Marktfrau mit haufenweise nicht bestellter Gurken, Zwiebeln, Tomaten o.ä. hinterher eilt und munter auf Sie einredet, ergreifen Sie nicht hastig die Flucht! Sie will Ihnen nicht mehr Ware verkaufen, wie zumeist irrtümlich angenommen wird, vielmehr will sie Sie beschenken. Sie dürfen das gerne annehmen!
3.)Sollte Ihnen an einem Obstand säbelartige Messer auffallen, sollte Sie das nicht beunruhigen. Nach eingehender Recherche testet man die Frische von Melonen tatsächlich mit einem einzigen Stich. Schüchterne Westeuropäer, die Gleiches durch schüchternes Anklopfen herausfinden wollen, seien an dieser Stelle vorgewarnt und zugleich beruhigt. Ein sofortiges Aufplatzen der Melonen zeugt von einer Frische und Saftigkeit, die einen überlegen lässt, die Melonen in heimischen Gefilden künftig nicht auch ein bisschen zu piesacken :-)
*Name von der Redaktion geändert
Bericht von Kathrin
Sibiu-Mediasch - 15. Sep, 16:59
Das erste mal mit Wecker aufstehen. Wir waren alle nervös morgens. Schick, mit Blusen, dunklen Hosen und feinen Schuhen machten wir uns auf den Schulweg. An der Schule angelangt fühlte ich mich wirklich komisch. Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Als Fr. D. uns einsammelte und uns durch die Schule führte, beruhigte ich mich. Die Klassenräume sind zwar wirklich klein und nicht so sehr geschmückt oder toll ausgestattet wie bei uns, aber freundlich. Das Schulgebäude erinnerte mich an alte Häuser, alles mit Holz und kleinen Treppen. Der Geruch in der Schule war sehr angenehm, irgendwie freundlich. Nach Fr. D.s Führung durften wir die anderen Schulgebäude erkunden. Es gibt drei Gebäude A, B und C. Auf dem Schulhof begegeneten wir schon vielen aufgeregten Kindern mit Blumen und Eltern. Im Gebäude C wo die Klassen 5-8 untergebracht waren, fanden wir sogar Kachelöfen in den Klassenräumen. Um 10 Uhr begann die Ansprache, erst die Direktorin, dann folgten verschiedene mir unbekannte Personen und zum Schluss der Pfarrer. Irgendwann wurden die Namen der ersten Klassen vorgelesen und langsam strebten alle Kinder mit ihren wunderschönen Blumen bewaffnet (es waren nicht einzelne Blumen sondern richtige Sträuße mit Rosen, Lilien und andere Schnittblumen – Fr. D. hatte uns am Tag zuvor erklärt, dass vor dem ersten und letzten Schultag, sowie am 8ten März, das Handeln auf dem Markt um den Preis der Blumen sinnlos sei) dem Eingang in die Schule zu.
Dann begann auch für uns der Schultag. Wir waren in der Klasse von Fr. D. die die Kinder herzte und drückte und jeden einzeln begrüßte. Nach dem das Klassentier vorgestellt wurde (Pelikan – ich wusste nicht, dass es hier welche gibt... an der Donau wohl) und der Stundenplan besprochen wurde war es auch schon wieder vorbei. Wir durften dann noch zu einer anderen Lehrerin, Fr. G. welche auch ein vierte Klasse hat. Dort spielten wir mit den Kindern ein paar Spiele und dann waren auch diese Kinder entlassen. Nach all diesen Eindrücken gingen wir mit dem Großteil der LehrerInnen Pizza essen. Das war sehr net. Es ist erstaunlich wie unterschiedlich die Lehrerinnen sind (bisher kenne ich nur einen Lehrer), aber alle sind sehr nett. Zu allem Überfluss lernten wir noch eine weitere Studentin kennen, welche aus Erfurt stammte. Ich muss sagen, nach ihren Erzählungen bin sich sehr froh in Baden-Württemberg zu studieren. Das Essen war wirklich sehr lecker. Nach dem Essen für umgerechnet 10Euro für alle, machten wir uns auf den Heimweg. Nach kurzem Einkaufen, jetzt sind wir schon fast Profis:-), versuchte ich mal wieder ins Internet zu kommen UND es GING! Wir waren alle meeeega glücklich, denn die PC s in der Schule sind schon etwas älter. Ich konnte endlich mal telefonieren!!! Nach dem wir alle e-mails gecheckt und diverse Communities auf den neusten Stand gebracht hatten, vertrieben wir uns die Zeit mit Sport. Nach dem alle ihre Blogeinträge abgetippt hatten, gings ans Essenmachen. Wir verwerteten die Reste und es gab Reissalat und normalen Salat. Anschließend versuchte ich richtigen Kaffee zu machen – ohne Kaffeemaschiene und Filter. Nach dem 2ten Versuch war ich erfolgreich. Am Abend sahen wir James Bond und fielen irgendwie guten Mutes ins Bett.
Beitrag von Karuna
Sibiu-Mediasch - 14. Sep, 22:02
Eigentlich sind wir ja nicht nur hier, um Land und Leute kennen zu lernen, sondern auch um zu unterrichten. Heute war für uns ein sehr spannender Tag: unser "erster Schultag". Um 10 versammelten sich alle Schüler und Lehrer samt Eltern und Großeltern im Schulhof der Mittelstufe und die Rektorin eröffnete das Schuljahr mit einer Rede- teils deutsch und teils rumänisch. Eine Besonderheit, die uns sehr gut gefallen hat: Die Schüler beschenken ihre Lehrer am ersten Schultag mit Blumen! Der erste Schultag wird jedes Jahr wieder richtig zelebriert und alle waren in ihren schicken Sonntagssachen da.
Nach der Rede gingen alle in ihre Klassenräume und die Begrüßung durch die Lehrerin fand statt. Ganz anders als erwartet, war das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern sehr herzlich. Die Kinder bekamen ihre ersten Hausaufgaben auf und waren ganz begeistert, dass es endlich wieder losgeht. Allerdings hatten sie auch drei Monate! frei.
Das Kollegium hier und auch die Kinder machen einen sehr netten Eindruck!
Nach einem kurzen Besuch in der Parallelklasse gingen wir mit den Lehrern Mittagessen. Für umgerechnet 10 Euro gabs drei Pizzen inklusive Getränke! Das Kochen werden wir uns wohl demnächst ein paar Mal sparen...:-)
Außerdem lernten wir eine neue rumänische Eigenart kennen: Das getrennte Bezahlen ist hier unüblich.
Nach unserer täglichen Sporteinheit gabs abends einen gesunden Restesalat.
Beitrag von Elke
Sibiu-Mediasch - 14. Sep, 21:31
Heute waren wir zum ersten Mal im Meer aus Blumen – in der deutschen Schule. Hier ist es Brauch, den Lehrerinnen und Lehrern zu Beginn des Schuljahres Blumensträuße zu überreichen.
Ein Brauch, den wir doch gerne auch in Deutschland einführen können!
Die Kinder überhäufen ihre Lehrer somit mit Blumen und in den Gängen riecht es so süß wie im Blumenladen um die Ecke :-)
Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist am ersten Tag sehr herzlich. Es wird umarmt und geküsst, gedrückt und Haare gewuschelt. Eine sehr angenehme Atmosphäre!
Dazu kommt, dass ganze Familien ihre Kinder begleiten, was auch für die Kinder höherer Klassen gilt. Diese sind deswegen eher missmutig gestimmt und werden immer wieder vor den Fotoapparat gezerrt. Aber immer wieder finden sie die Gelegenheit sich dem zu entziehen und sich einen Weg in Richtung Freunde zu wursteln.
Die Schule ist meiner Meinung nach sehr schön, alt, aber so, wie man sich eine typischen Schule eben vorstellt. Es sind sehr kleine Klassenzimmer und bei den älteren Schülern befindet sich der Lehrerpult auf einem Podest. Die Vorstellung, dass ich bald dort über den Schülern thronen werde bringt mich immer noch zum Grinzen. Das kann ja was werden ;)
Uns wurden einige Lehrer vorgestellt und anschließend ging es mit dem gesamten Kollegium eine leckere Pizza essen (Auch das könnte man das in Deutschland einführen).
Zu dritt zahlten wir umgerechnet 10 Euro, Getränke inklusive.
Cocktals kosten umgerechnete 3 Euro... Das Lokal wird uns sicher wiedersehen ;)
Beitrag von Kathrin
Sibiu-Mediasch - 14. Sep, 17:25
Den ganzen Vormittag und auch den halben Nachmittag "gammelten" wir in der Wohnung herum und vertrieben uns die Zeit mit Rumänisch-Lernen und damit, nach Ausflugszielen in der näheren Umgebung zu suchen. Schon für 50 bis 60 Kilometer braucht man hier mit dem Auto gut zwei Stunden, da sich die Straßen hier nicht so ganz zum Schnellfahren eignen...
Unsere Betreuungslehrerin wollte "gegen Nachmittag" vorbeikommen, so dass wir auch nicht aus dem Haus gehen und sie verpassen wollten. Als sie da war, gingen wir gemeinsam in den Park spazieren. Vom Berg oben hätte man bestimmt eine tolle Aussicht. Wir werden auch demnächst sicher noch mal dort vorbeikommen, aber leider wurden wir von einem sehr starken Regenschauer überrascht und waren ziemlich schnell tropfnass. Wir wurden dann zum Glück mit dem Auto abgeholt und hatten später auch keine Lust mehr, noch mal aus dem Haus zu gehen. Viele aus Medias waren an diesem Abend im Stadion. Unsere Betreuungslehrerin hatte uns erzählt, dass der große Fußballklub Steaua Bukarest an diesem Abend zum Ligapiel zu Gast war...
Abends lasen wir uns gegenseitig aus den Büchern vor, die wir hier in der Wohnung haben und waren alle schon etwas nervös wegen unserem "ersten Schultag" am Montag...
Beitrag von Elke
Sibiu-Mediasch - 13. Sep, 21:29
Heute morgen (10Uhr) hatten wir fast schon so etwas wie Routine. Ich war als erste wach und setzte Wasser auf. Nach dem Frühstück oder Mittagsessen war dann unser Abfluss verstopft. Das Problem behob ich durch rütteln am Abflussschlauch. Anschließend hatten wir nicht viel zu tun, da wir auf unsere Lehrerin warteten und uns nicht sicher waren wann in Rumänien Nachmittag ist. Wir vertrieben uns die Zeit durch Stadt-Land-Fluss spielen und Kathrin und Elke betätigten sich sportlich. Um halb vier kam dann Fr. D. und wir liefen gemeinsam nochmal den Weg zur Schule. Sie erzählte uns ein bisschen von der Schule und vom morgigen Schultag. Ich bin gespannt was morgen alles passiert. Fr. D. beschrieb den großen Schultag wie ein Fest bei dem alle Schüler mit Eltern und Verwandten kommen. Nach einer kurzen Besichtigung der Gebäude von außen, liefen wir wieder Richtung Stadtmitte. Von dort wollten wir in den Waldpark gehen. Der Park ist wirklich schön. Fr. D. hatte ihren kleinen Sohn mitgenommen. Nach kurzer Zeit fing es allerdings an heftig zu regnen... Regen hört sich auf rumänisch fast an wie das französische il pleut:-) wir liefen zurück und waren in kürzester Zeit vollkommen naß. Fr. D.s Mann holte uns unterhalb des Walds ab und fuhr uns heim. Nachdem wir uns etwas getrocknet hatten, kochten wir. Es gab Reis mit Tomatensauce und Tomaten mit einem typisch rumänischen Käse. LECKER! Sonst war dieser Tag nicht so sehr ereignisreich wie die letzten Zeit. Abschließend sahen wir einen lustigen Film, laßen uns vor und aßen Melone. Ich habe noch meine Blusen gebügelt. Ich denke, wir sind alle furchtbar aufgeregt und nervös, weil morgen unser erster Schultag ist. Wir waren abends trotzdem müde und schliefen relativ schnell ein.
Beitrag von Karuna
Edit Kathrin: Nicht zu vergessen ist das haarige, achtbeinige Biest, das in Rumäniens Wäldern lauerte, um sich schließlich auf mich zu stürzen. AAAAA!!!
Sibiu-Mediasch - 13. Sep, 14:57